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Die Querschläger: Sage und Legende

(Wie der Blues einst in den Lungau kam)

Es begab sich an einem jener unvorstellbar kalten Wintertage in den legendären späten Siebzigern zwischen Weihnachten, New Orleans und Mauterndorf.

Fritz M., der damals gerade 24 und für diese Geschichte unerlässlicher Weise schon unheilbarer Quartalsäufer, Landarbeiter, Lastwagenfahrer, Leichenwäscher, Regionalmanager, Bezirksmeister im Kugelstoßen und Außendienstmitarbeiter für den Vertrieb von Kartoffelersatzprodukten (im Lungau!!) gewesen war, hatte gerade seinen letzten Wanderschuhe bei einem unendlich geldgierigen Pfandleiher versetzt, um sich für den enttäuschenden Erlös eine Bahnkarte nach Triebendorf, Mississippi, zu kaufen, sich dann aber doch kurzfristig entschlossen, das Ganze gegen eine Flasche billigen Vogelbeer-Vorschuss und eine Packung Flirt Filter einzutauschen.

Archivaufnahme / Lungauer Heimatmuseum)

So stand er nun da, einsam und verlassen, irgendwo an den Crossroads zwischen B99 und Schindagråbn, ohne Schuhe, ohne Zukunft, ohne Hoffnung. Nicht einmal ein lausiges, primitives Wertkartenhandy hatte er, von einem der neuen, unverzichtbaren super-abgefuckten, extra-geilen kuahmist-washed Designer-Arbeitsanzügen von Lagerhaus ganz zu schweigen; er stand also vor dem sprichwörtlichen Nichts.

Plötzlich begann sich dieses Nichts wie von Geisterhand beflügelt um eine imaginäre Y-Achse zu drehen, rotierte immer schneller werdend durch die tiefgefrorenen und vom Vollmond beleuchtete Lungauer Latschenlandschaft, begann zu blinken und zu leuchten wie ein missglückter Special-Effect aus einem der zahlreichen überflüssigen Hollywood-Kassenschlager und ein ungeheures Sphärengequietsche erfüllte die vor unvorstellbarer Kälte ganz unvorstellbar spröde gewordene Winternacht, als sich endlich eine unvorstellbar schöne Lichtgestalt aus dem quietschenden Lichtkreisel löste und lächelnd auf den vor Schrecken, Ehrfurcht und Hochprozentigem in die Knie gegangenen und vom Licht geblendeten Wandermusikanten zuschwebte.

"Jimi Hendrix?", rief er fragend aus.

Keine Antwort.

"Hey Mr. Tambourine Man, play a song for me, I'm not sleepy and there ain't no place I'm going to!"

Stille.

"Janis? …… Jim Morrisson?

 

"..........................John Lennon?"

(war noch nicht tot) Ungeduldiges Räuspern.

"Bob.........?"

"Cut it, man, just cut it! This ain't no fuckin' quiz show! I'm Zaubara Jåggl and you can talk German. Got me?"

"Whoa!"

"Lieber Fritz M., weil du immer so schön brav und aufrecht durch die unwirtlichen Halbwüsten deiner zerklüfteten Seelenlandschaft gewandert bist, ohne dich immer gleich in elendslangen Leserbriefen, niveaulosen Talkshows oder gar beim Volksanwalt zu beschweren, will ich dir in meiner Funktion als Schutzpatron der Lungauer Innergebirgs-Hobos einen Wunsch erfüllen.

Was willst du lieber sein: leprakrank, Bezirksobmann des heimischen Kleintierzüchtervereins oder sagenhafter Begründer einer dereinst einmal schier unerschöpflichen Lungauer Bluestradition?"

Von der offensichtlich immens halluzinogenen Mischung aus hochprozentigem Alkohol und den schon seit Jahren abgelaufenen Gichttabletten seines Großvaters, die er in der völlig unbegründeten Hoffnung auf stark halluzinogene Nebenwirkungen gleich im Dutzend geschluckt hatte, völlig benebelt, entschied er sich für das größte Übel.