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Lungau > Der Lungau > Brauchtums Kalendarium > Das gezimmerte lungauer Osterfeuer, das Gonisrennen, die Antlasseier, die Ratscherbuam und das Eiertusch´n

Frühjahrsbrauch im Schnee

Ostern neu entdeckt

Der Ostertermin fällt immer auf dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling und variiert dabei von Jahr zu Jahr.  Uns Schneeliebhaber, die die Osterferien im Lungau-Urlaub verbringen, stört das allerdings überhaupt nicht, denn die Höhenlage des Lungaus sorgt für lange Schneesicherheit und so sind die Osterfeierlichkeiten in der Regel von zarter Frühlingssonne und sattem Weiß auf den Bergen begleitet. Erstaunt nehmen wir wahr, dass Ostern durchaus mehr ist, als lila Schokohasen. Unsere Gastgeber weihen uns in allerlei österliche Geheimnisse ein. Es ist ein schönes Gefühl, Ostern auf diese Art und Weise wieder zu entdecken.

Gezimmertes Osterfeuer

Lungauer Osterfeuer
Osterfeuer

Im Lungau gibt es zwei Arten von Osterfeuer. Einmal die mehr oder weniger großen „Funken“ aus allerlei Holzresten, Gestrüpp, die typisch für den Unterlungau sind. Und dann die gezimmerten Osterfeuer, die bis zu 10 Meter hoch sein können. Mit viel Aufwand und Mühe und vor allem Sorgfalt entstehen diese imposanten Feuergerüste. Und während der Karwoche können wir ihre Entstehung Tag täglich mitverfolgen. Aber nicht nur das. Bis die Feuer dann feierlich vor vielen Zuschauern am Ostersamstag mit dem geweihten Feuer der Feuerweihe entzündet werden, gibt es noch so allerhand andere Bräuche, die selbstverständlich in den Lungauer Alltag integriert sind.

Ratscherbuam

Ratscherbuam im Lungau
Ratscherbuam

Am Karfreitag in aller Frühe schrecken wir aus unseren süßen Träumen hoch, weil direkt auf dem Hof vor unseren Zimmerfenster, Kinder ganz unüberhörbar mit lautem Ratschengeklappere verkünden, dass es 6 Uhr morgens ist. Mit uns stehen noch andere Überraschte im Morgenmantel auf dem Hof und staunen nicht schlecht. Und da wir nun mal wach sind, lädt uns unsere Gastgeberin auf einen frischen Kaffee in die Bauernstube ein und erklärt, dass die am Gründonnerstag die Kirchglocken nach Rom gereist sind und erst wieder am Ostersamstag zurückkehren. Bis dahin ersetzen die Ratschen die Glocken.

Ostertisch

Osterbutter
Osterbutter

Am Ostersonntag werden wir mit einem Osterkörbchen von unseren Gastgebern überrascht. Mittendrin duftende selbstgerührte Butter in der Form eines Osterlämmchens. Die Butter ist zuvor in der Kirche geweiht worden und es fällt uns schwer, einerseits dieses hübsche Gebilde aufs Brot zu schmieren und andererseits diesem verlockenden echten Butterduft zu widerstehen. Ganz vorsichtig kratzen wir mit dem Messer die ersten Butterrollen am „Sockel“, damit uns unser Lämmchen noch ja lange erhalten bleibt.

Gonisrennen

Am Ostermontag schauen wir beim Gonisrennen in Wölting zu. Den Wöltingern ist es zu verdanken, dass dieses alte Gesellschaftsspiel nicht in Vergessenheit geraten ist. Früher war es die Gelegenheit für junge Leute sich kennen zu lernen. Auch heute stellen sich Männer wie Frauen im freien Gelände paarweise auf, wobei an der Spitze des Zuges eine Person als „Gonis“ (Ganter) laut ruft: „Gonis, Gonis, gigerigo, das hintere Paarl is hevie to (nach vorne getan)!“
Dann läuft das hinterste Paar los und versucht rechts und links am Zug vorbeizukommen, um sich wieder zu vereinen. Der Gonis versucht das zu verhindern. Schaffen sie es trotzdem, dann stellen sie sich vorne an. Hat der Gonis einen von ihnen gefangen, dann darf er sich an dessen Stelle in die Reihe stellen und der Gefangene ist jetzt Gonis. Und weiter geht es. Da kommt man selbst beim Zuschauen außer Puste.

Antlass Eier

Besondere Kräfte wurden einst dem „Antlass-Ei“ zugesprochen. Diese am Gründonnerstag gelegten Eier wurden am Ostersonntag auf den Feldern vergraben, in den Stall gelegt, an lawinengefährdeten Stellen vergraben, über das Dach des Gehöftes geworfen oder später bei Gewittern verbrannt, um Schutz für den Hof, das Vieh und die Felder sowie gegen Unwetter zu erwirken.

Eiertutsch´n

Eier tutsch´n
Eier tutsch´n

Die hartgekochten und mit Zwiebelschale und den Mustern der ersten Grünpflänzchen gefärbten Eiern, müssen sich vor dem Verzehr noch einen Wettkampf stellen. Unser Kinder waren begeister von dem Eiertutsch´n und auch wir Erwachsenen haben kräftig mitgemacht. Zwei Herausforderer nehmen jeweils ein Osterei in die Hand und schlagen, also „tutsch´n“ die Eier aufeinander. Wessen Ei am meisten aushält und nicht zerbricht, hat gewonnen.