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Lungau > Winterurlaub > Winterfun > Eisklettern an gefrorenen Wasserfällen im Lungau

Eiskalt geniessen

Wie bitte? Einen gefrorenen Wasserfall emporsteigen? Das klingt nach eiskaltem Abenteuer, dachte sich mein Freund und buchte für uns beide einen Einsteigerkurs bei der Alpin Schule Firn Sepp. Hier ist es meist sonnig und knackig kalt im Winter und das sind die besten Voraussetzungen fürs Eisklettern. Auch in Zeiten des Klimawandels bildet sich Schicht für Schicht Eis. Interessant sind die Eisschichten bei Muhr, bei der Steirischen und Lungauer Kalkspitze oder im benachbarten Maltatal.

Eisen und Stahl

Eisklettern an einem WasserfallMeine Kletter-Erfahrung kommt mir zur Gute, aber dennoch bin ich ein wenig skeptisch. Bin ich doch ausgestattet wie ein Krieger mit Helm und bis zu den Zähnen bewaffnet: Steigeisen mit Zacken an den Füßen, messerscharfe Pickel in den Händen. Am Klettergut hängt noch mehr Eisgerät aus Eisen und Stahl: Karabiner, Eisschrauben und Expressen. Für heute sollen wir ungefähr 30 Meter Eisformation eines Baches schaffen. Da Eis nicht gleich Eis ist, prüft Josef, der Eisexperte, die glatte Oberfläche genauestens, ist zufrieden und beginnt elegant den „Vorstieg“. Der ist erfahrenen und geübten Kletterern vorbehalten. Oben angekommen, hängt er das Seil in die Umlenkung und seilt sich im Sicherheitsfurt hängend wieder zu uns herab. Mein Freund lässt mir - ganz Kavalier - den Vortritt, übernimmt aber meine Sicherung.

Theorie und Praxis

Gestern haben wir im Vorbereitungsunterricht verschiedene Techniken zum Klettern gelernt. Im warmen gemütlichen Raum hörte die sich die Theorie ganz simpel an: mit parallel ausgerichteten Händen und Füßen wie eine Raupe Stück für Stück nach oben ist die eine Möglichkeit oder diagonal beim sogenannten „Tracking“. Das erfordert mehr Aufmerksamkeit, dafür weniger Kraft. Ich entschließe mich dazu, den Pickel seitlich ins Eis zu schlagen und mit meinen Füßen in kleinen Schritten nachzuwandern, um dann gleich darauf den Schwung mit dem zweiten Pickel folgen zu lassen. Dabei versuche ich möglichst keine Beulen oder Hohlräume zu treffen. Wie in Zeitlupe kommt mir der Weg nach oben vor. Hauen, schwingen, kicken, stoßen. Ich weiß gar nicht was mehr knirscht: meine Zähne vor Konzentration oder die Eissplitter, die abbrechen und an meinem Helm vorbeischießen. Mit einem satten Geräusch bohrt sich der Pickel in das Eis und bringt mich meinem Ziel entgegen. Steigeisen, Pickel, Pickel, Steigeisen...